Einbruchschutz für Wohnungen und Häuser in München
Die meisten Einbruchversuche werden nach wenigen Minuten abgebrochen, wenn die
Tür oder das Fenster nicht schnell nachgibt. Guter Einbruchschutz muss deshalb
nicht unüberwindbar sein — er muss lange genug standhalten.
Das ist die gute Nachricht: Die wirksamsten Maßnahmen sind vergleichsweise
günstig. Die schlechte: Es wird viel verkauft, was an der falschen Stelle
ansetzt. Ein Panzerriegel an einer Wohnungstür im vierten Stock ist ein
Beispiel dafür.
Schutzbeschlag an einer Wohnungstür, Zylinder bündig abgedeckt
Geordnet nach dem Verhältnis von Aufwand zu Wirkung — die erste Maßnahme ist
für die meisten Türen die sinnvollste.
1
Sicherheitszylinder mit Aufbohr- und Ziehschutz
Verhindert die beiden häufigsten Angriffe auf den Zylinder.
Der Zylinder ist die meistangegriffene Stelle einer Tür. Ein Sicherheitszylinder mit gehärteten Stiften und Ziehschutz kostet wenig im Verhältnis zur Wirkung und ist in Minuten getauscht. Bei einer Wohnungstür ist das oft die einzige Maßnahme, die es wirklich braucht.
Sinnvoll für: Praktisch jede Tür
2
Schutzbeschlag
Deckt den Zylinder ab, sodass er nicht gegriffen werden kann.
Ein Zylinder, der über den Beschlag hinaussteht, lässt sich mit einer Zange packen und herausziehen. Ein Schutzbeschlag verhindert das und schützt zugleich vor dem Aufbohren. Sinnvoll immer dann, wenn der Zylinder sichtbar übersteht.
Sinnvoll für: Wohnungs- und Haustüren
3
Panzerriegel
Verriegelt die Tür über die gesamte Breite in beiden Wänden.
Ein Querriegelschloss greift links und rechts in das Mauerwerk und macht das Aufhebeln praktisch unmöglich. Die wirksamste mechanische Einzelmaßnahme — aber auch die sichtbarste und teuerste. Sinnvoll bei Wohnungstüren im Erdgeschoss und bei Hauseingangstüren, weniger bei einer Wohnungstür im vierten Stock.
Praktisch, wenn Sie sehen wollen, wer vor der Tür steht, ohne sie ganz zu öffnen. Der Sicherheitsgewinn gegenüber einem guten Zylinder ist überschaubar — der Komfortgewinn für Alleinlebende und ältere Menschen ist es nicht.
Sinnvoll für: Wohnungstüren, besonders bei Alleinlebenden
5
Fenster- und Terrassentürsicherung
Sichert die Stelle, an der tatsächlich am häufigsten eingestiegen wird.
Bei Einfamilienhäusern führen die meisten Einbrüche über Fenster und Terrassentüren, nicht über die Haustür. Abschließbare Griffe und Pilzkopfverriegelungen sind dort die wirksamere Investition als jede weitere Maßnahme an der Haustür.
Diese Liste kostet uns Aufträge. Wir halten sie trotzdem für den ehrlicheren
Weg — und für den, der Ihnen bei der nächsten Frage wieder einfällt.
Panzerriegel in Obergeschossen. Wohnungen ab dem zweiten
Stock werden praktisch nicht über die Tür angegangen, wenn das Haus eine
gesicherte Eingangstür hat. Der Sicherheitsgewinn steht hier in keinem
Verhältnis zu Preis und Eingriff.
Weitere Türsicherung bei ungesicherten Fenstern. Bei einem
Einfamilienhaus mit einfach verglasten Kellerfenstern bringt die dritte
Maßnahme an der Haustür nichts. Sichern Sie erst die schwächste Stelle.
Widerstandsklassen über RC3. Für Wohngebäude ist RC2 der
übliche und in aller Regel ausreichende Standard. Alles darüber richtet
sich an Objekte mit besonderem Schutzbedarf.
Alarmanlagen als Ersatz für Mechanik. Ein Alarm meldet
einen Einbruch, er verhindert ihn nicht. Ohne mechanische Grundsicherung
ist er die teurere und schwächere Lösung.
Häufige Fragen zum Einbruchschutz
Was bringt am meisten für wenig Geld?
Ein Sicherheitszylinder mit Aufbohr- und Ziehschutz, ergänzt um einen Schutzbeschlag, wenn der Zylinder übersteht. Diese Kombination deckt die häufigsten Angriffswege ab und kostet einen Bruchteil eines Panzerriegels. Bei einem Einfamilienhaus kommen abschließbare Fenstergriffe hinzu — dort steigt man selten durch die Haustür ein.
Was bedeuten die Widerstandsklassen RC1 bis RC6?
Sie beschreiben, wie lange ein Bauteil einem Einbruchversuch mit bestimmten Werkzeugen standhält. Für Wohnungen und Einfamilienhäuser ist RC2 der übliche Standard und in aller Regel ausreichend — ein RC2-Bauteil hält einem Angriff mit einfachem Werkzeug rund drei Minuten stand, und die meisten Versuche werden nach wenigen Minuten abgebrochen. RC3 lohnt bei besonders gefährdeten Lagen. Alles darüber ist für Wohngebäude praktisch nie nötig.
Gibt es Fördermittel?
Die KfW fördert Maßnahmen zum Einbruchschutz in bestehenden Wohngebäuden. Ob und in welcher Höhe, ändert sich immer wieder — prüfen Sie den aktuellen Stand direkt bei der KfW, bevor Sie beauftragen. Wichtig: Der Antrag muss in der Regel vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Wir nennen bewusst keine Fördersätze, weil eine veraltete Zahl hier teurer wäre als keine.
Ich wohne zur Miete. Darf ich nachrüsten?
Den Zylinder ja, ohne Zustimmung — solange Sie beim Auszug den ursprünglichen Zustand wiederherstellen. Bei allem, was in die Tür oder das Mauerwerk eingreift, also Schutzbeschlag, Panzerriegel oder Zusatzschloss, brauchen Sie die Zustimmung der Vermieterseite. Die wird selten verweigert, aber holen Sie sie schriftlich ein.
Beraten Sie auch, ohne dass ich etwas kaufe?
Ja. Wir sehen uns Ihre Türen und Fenster an und sagen Ihnen, was sinnvoll ist — und was nicht. Zu einer Nachrüstung, die Ihre Tür nicht braucht, raten wir nicht. Bei einer Wohnung im vierten Stock ist ein Panzerriegel meist überflüssig; das sagen wir dann auch.